Wie oft Ölwechsel?
Kleine Motorölkunde für ganz normale Autofahrer: Wie oft Ölwechsel?
TL;DR: in diesem Beitrag erfährst du mehr über das Lebenselixier „Motoröl“. Wie oft Ölwechsel sinnvoll und wichtig sind. Welche Intervalle es gibt, welche Sonderfälle und was dabei zu beachten ist. Du erhältst praktische Tipps für Kurzstrecken und für die richtige Motorölwahl. Öl wechseln oder nachfüllen ist keine Raketenwissenschaft!
Wie oft Ölwechsel? Die Antworten, die du brauchst
Vielleicht kennt ihr das: Ihr seid als ganz normaler Autofahrer schon mal vor der Frage gestanden „Wann war denn mein letzter Ölwechsel? Und wie oft muss ich das eigentlich machen?“
Genau darum geht es heute. Wie oft du deinen Ölwechsel durchführen solltest, ist eine der wichtigsten Wartungsfragen für die Langlebigkeit deines Motors. Die einfache Antwort: Heutzutage liegt der Standard zwischen 15.000 und 30.000 Kilometer oder 12 Monaten, je nachdem, was zuerst kommt. Aber wie immer gibt es da Aspekte, die wir uns genauer anschauen sollten.
Warum ein regelmäßiger Ölwechsel so wichtig ist
Das Motoröl ist das Lebenselixier deines Motors. Es erfüllt mehrere kritische Aufgaben:
Die vier Hauptaufgaben des Motoröls:
- Schmieren: Es verhindert, dass bewegliche Teile aneinander reiben und sich abnutzen
- Kühlen: Es transportiert Wärme ab, wo das Kühlsystem nicht hinkommt
- Reinigen: Es bindet Schmutz, Ruß und Metallabrieb, um Ablagerungen zu vermeiden
- Rostschutz: Es schützt innere Motorkomponenten vor Korrosion
Mit der Zeit verliert Öl diese Fähigkeiten. Es wird durch Hitze, Verbrennungsrückstände und Verschleiß belastet. Wenn du deinen Ölwechsel zu lange aufschiebst, können die Folgen teuer werden, im schlimmsten Fall droht sogar ein kapitaler Motorschaden.
Wie oft Ölwechsel am Auto?
Die Standard-Intervalle für moderne Autos (ab ca. 2010)
Bei modernen Fahrzeugen empfehlen die meisten Hersteller:
- Longlife-Öl: 15.000 bis 30.000 km oder 12 Monate
- Normale Öle: 10.000 bis 15.000 km oder 12 Monate
Wichtig: Die exakten Freigaben fürs Motoröl findest du immer in deinem Handbuch (meist im Handschuhfach). Das ist verbindlich für deine Garantie!
Ältere Autos und Oldtimer
Bei älteren oder auch wenig bewegten Fahrzeugen gilt:
- Empfehlung: Wechsel alle 5.000 bis 10.000 km oder spätestens nach 10 bis 12 Monaten
- Grund: Ältere Motoren sind weniger effizient, auch ist u.U. der Eintrag von Verbrennungsrückständen bedingt durch Verschleiß höher

Sonderfall: Wie oft Ölwechsel bei viel Kurzstrecke?
Hier wird’s tricky. Wenn du überwiegend Kurzstrecken fährst (unter 20 km Fahrten):
- Der Motor wird nicht richtig warm
- Kondenswasser und unverbrannter Kraftstoff gelangen ins Öl
- Das Öl altert schneller, obwohl die Kilometerleistung niedrig ist
Faustregel: Bei viel Kurzstrecke solltest du dein Öl früher wechseln, auch wenn die Kilometer noch nicht erreicht sind. Empfehlung: Alle 6-8 Monate oder max. 10.000 km.
Die Wahl des richtigen Öls: So triffst du die richtige Entscheidung
Jetzt wird’s interessant. Nicht nur die Häufigkeit des Ölwechsels ist wichtig, auch welches Öl du wählst, macht den Unterschied.
Viskosität: Was bedeuten Codes wie 5W30?
Diese Zahlenangaben findest du überall: 5W30, 10W40, 0W20. Das ist die Viskosität – also die Dickflüssigkeit des Öls.
- W = Winter (die Zahl davor beschreibt Kaltlaufeigenschaften)
- Zahl nach dem W = Eigenschaften bei Betriebstemperatur
Vergleich 5W30 zu 10W60
- Bei niedrigen Temperaturen fließt das 5W30 Öl vergleichsweise dünner, hat somit ein gutes Kaltstartverhalten. Der Motor ist schneller „durchölt“.
- Ein 10W60 Öl ist bei höheren Temperaturen dickflüssiger und bietet so einen besseren Schutz vor Reißen des Schmierfilms. Leistungsstarke oder getunte Motoren brauchen solche Öle.
Moderne Autos sind auf eher dünne Öle (0W20, 5W30) ausgelegt – das senkt Spritverbrauch und hilft dem Motor bei der Kaltstartphase.
ACEA-Norm: Was hat das mit Diesel-Partikelfiltern zu tun?
ACEA steht für Association des Constructeurs Européens d’Automobiles, klingt kryptisch, ist aber wichtig!
Diese Norm beschreibt:
- Schwefel-, Asche- und Phosphor-Gehalt des Öls
- Besonders relevant für Autos mit Dieselpartikelfilter
Warnung: Falsches Öl (zu viel Asche) kann den Partikelfilter verstopfen. Das führt zu einem negativen Abgastest. Mit anderen Worten: Schwerer Mangel beim Vorführen. Die Folge: eine teure Reparatur ist notwendig.
Herstellernormen & OEM-Zulassungen: Die Geheimwaffe
Die wichtigste Information für deinen Ölkauf! Jeder Hersteller (BMW, Audi, VW, Fiat etc.) hat spezifische Anforderungen an das Motoröl.
- Diese nennen sich OEM-Zulassungen oder Herstellernormen
- Sie sind noch strikter als ACEA oder ISO-Normen
- Wenn du nach dieser Spezifikation kaufst, liegst du garantiert richtig
Tipp: Das macht im Prinzip auch jede gute Werkstatt, und genau das solltest du beim Ölkauf auch tun.
Wie findest du die richtige Spezifikation für deinen Motor?
Methode 1: Handbuch (Old School, aber zuverlässig)
Schau in dein Fahrzeughandbuch. Dort findest du exakt, welche Spezifikation dein Auto braucht.
Methode 2: Online-Ölberater
Es gibt spezialisierte Tools wie den Ölberater von Motul (https://www.oelberater.de/auto):
- Hersteller, Modell, Baujahr eingeben
- System zeigt dir kompatible Öle
- Du wählst nach deinen Anforderungen die passende Viskosität
Das spart dir Zeit und Unsicherheit.
Anzeichen dafür, dass dein Ölwechsel fällig ist
Manchmal ist es nicht nur an Kilometer oder Zeit erkennbar. Es gibt auch praktische Warnsignale, auf die du achten solltest:
Optische Signale
- Das Öl ist dunkelbraun oder schwarz? Das ist völlig normal! Mit der Zeit dunkelt sich das Öl durch Verbrennungsrückstände und Verschleißteilchen ab. Das bedeutet nicht automatisch, dass es „kaputt“ ist, sondern dass es seine Reinigungsaufgabe erfüllt.
- Das Öl ist ölig-schmierig und glitschig? Normales Zeichen von Alterung. Zeit für einen Wechsel.
- Das Öl riecht unangenehm verbrannt? Das kann unter anderem auf Überalterung hindeuten. Ein Wechsel sollte zeitnah erfolgen. Sollte das Öl bereits kurz nach dem Ölwechsel wieder so riechen, liegt ein anderes Problem vor. Unbedingt Rücksprache mit der Werkstatt deines Vertrauens halten.
Technische Warnsignale
Bereits seit den 2000er Jahren wird frühzeitig im Cockpit angezeigt, wann ein Service fällig ist. Also genügend Zeit, sich um Öl und Filter oder einen Werkstatttermin zu kümmern.
- Ölkontrolllampe leuchtet gelb: Ölstand zu niedrig, jedoch noch nicht akut kritisch.
- Ölkontrolllampe leuchtet rot: Akute Gefahr eines Motorschadens! Sofort stehen bleiben und Motor abstellen! Ursache können z.B. ein viel zu niedriger Ölstand sein, eine defekte Ölpumpe (Öldruck zu niedrig), ein verstopfter Ölkanal im Motorblock, …
Was kostet ein Ölwechsel?
Viele Autofahrer schrecken vor den Kosten zurück. Tatsächlich ist ein regelmäßiger Ölwechsel eine der günstigsten Wartungen überhaupt:
- Selbermachen: 50 bis 100 € (Öl + neuer Filter)
- In der Werkstatt: ca. 200 € (je nach Auto, Ölqualität, Stundensatz)
- Ein kaputter Motor: 3.000 bis weit über 10.000 € (Reparatur oder Austausch)
Die Rechnung ist einfach: Ein Ölwechsel pro Jahr kostet dich vielleicht 250 €. Ein Motorschaden kostet ein Vielfaches. Da lohnt sich der regelmäßige Wechsel definitiv!
Ölwechsel selbst machen oder in der Werkstatt?
Selbermachen – Pro und Contra
Vorteile:
- Du sparst Arbeitskosten
- Du weißt genau, was eingebaut wird
Nachteile:
- Du brauchst eine Bühne oder Grube
- Um die fachgerechte Altölentsorgung musst du dich selbst kümmern
- Es ist immer eine schmutzige Angelegenheit
- Der Filter ist manchmal schwer zu wechseln
- Du hast keine Dokumentation für die Garantie
Öl wechseln in der Werkstatt – Das ist Standard
Die meisten machen es so, und das hat Gründe:
- Professionelle Dokumentation für Garantie und Wiederverkauf
- Korrekte Ölentsorgung gewährleistet
- Eine gute Werkstatt schaut sich genau um, und es wird auch der Zustand anderer Teile gecheckt
Meine Empfehlung: Besonders für Anfänger lohnt sich die Werkstatt. Die 100 € Mehrkosten sind es wert, für Sicherheit und Dokumentation.
Teilefrau
Häufige Fehler beim Ölwechsel
Fehler 1: Das falsche Öl kaufen
Du fragst in einem Auto-Forum, was du brauchst, und wählst nach dem Rat eines Fremden? Keine gute Idee. Jeder Motor hat spezifische Anforderungen.
Richtig: Schlag im Handbuch nach oder nutze einen Ölberater.
Fehler 2: Zu lange Intervalle fahren
„Mein Auto fährt sich noch so gut, ich wechsel das Öl erst nach 40.000 km.“
Das ist eine häufige Fehlannahme. Nur weil es sich für dich gut anfühlt, bedeutet das nicht, dass der Motor nicht bereits Schaden nimmt. Der Verschleiß läuft auch, wenn du als Fahrer noch nichts bemerkst.
Richtig: Halte dich an die Herstellerangaben, auch wenn das Auto noch gut läuft.
Fehler 3: Zu häufig wechseln
Es gibt auch die andere Seite: Voll- oder Plug-In-Hybridmodelle. Also Fahrzeuge, welche bei niedriger Geschwindigkeit rein elektrisch fahren und erst ab ca. 60 km/h auf den Verbrennermotor umschalten. z.B. Toyota Corolla oder RAV4 Hybrid, Honda Civic e, Mazda 2 oder auch Modelle von KIA, VW oder BMW. Der Fehler liegt meiner Meinung nach darin, dass hier die nur gesamte Km-Laufleistung des Autos berücksichtigt wird, und nicht Verbrenner und Elektromotor separat. Die Frage: Wie oft Ölwechsel? Wäre sinnvoller über einen Betriebsstunden-Zähler des Verbrenners beantwortet.
Richtig: Ökonomisch UND ökologisch sinnvoller wäre es, das jeweilige Fahrprofil differenziert betrachten.
Fehler 4: Ölstand nicht kontrollieren
Der Ölwechsel ist nicht alles. Zwischen den Wechseln solltest du regelmäßig (ca. monatlich) den Ölstand prüfen:
- Ölstand immer am kalten Motor kontrollieren
- Ölstab rausziehen, abwischen, reinschieben, wieder rausziehen
- Ölstand sollte zwischen Min- und Max-Marke liegen
Zu wenig Öl = schlecht. Zu viel Öl = auch nicht gut. Bei Füllstand über maximal kann das Öl durch die Kurbelwelle schaumig geschlagen werden, was dazu führt, dass der Schmierfilm reißt.
Spezialfall: Winterpause und Oldtimer
Hier scheiden sich die Geister: die einen befürworten den Ölwechsel vor der Winterpause. Begründung: der Großteil der Rückstände werden mit dem alten Öl abgelassen, und können sich somit gar nicht erst hartnäckig absetzen.
Die andere Fraktion ist für einen Ölwechsel unmittelbar vor dem ersten Start in die neue Saison. Vorteil: Das Öl ist wirklich frisch, und mehr Schwebeteilchen konnten sich über die Winterpause in der Ölwanne absetzen.
Realistisch betrachtet: geht das leider nur mit einer eigenen Hebenbühne. Ergo, ist für die wenigsten von uns praktisch umsetzbar.
Relativiert: Steht dein Saisonfahrzeug, wie Cabrio oder Motorrad, nur ein paar Monate, ist der Unterschied sicher marginal. Viel wichtiger ist: Wechselintervalle einhalten!
Anders ist die Situation zu bewerten, wenn ein Fahrzeug längerfristig abgestellt wird (bspw. geplante Restauration eines Oldtimers oder Tuning-Projekt).
Zusammenfassung: Wie oft Ölwechsel und welches Öl?
Die Merkregeln für deinen Ölwechsel:
- Wie oft? Schau ins Handbuch, Standard sind 15.000 bis 30.000 km oder 12 Monate
- Viel Kurzstrecke? Dann früher, mindestens alle 10.000 km
- Oldtimer? Kürzere Intervalle (5.000 bis 10.000 km)
- Welches Öl? Immer nach OEM-Spezifikation deines Autos kaufen, keine Kompromisse
- Unsicher? Ölberater nutzen, eine Werkstatt oder Teilefrau Nina fragen ;o)
- Ölstand und -Zustand kontrollieren: am besten monatlich prüfen
Fazit: Investition statt Kostenfalle
Die Frage: „Wie oft Ölwechsel“ kannst du nun fundiert selbst beurteilen. Ein regelmäßiger Ölservice ist eine der günstigsten Versicherungen gegen Motorschäden und sorgt für eine längere Lebensdauer. Das Öl ist das Lebenselixier deines Motors, kümmere dich darum, und dein Auto wird es dir mit Zuverlässigkeit danken.
Spar nicht am falschen Ende. Ein Ölwechsel kostet vergleichsweise wenig, ein Motorschaden kostet dagegen sehr viel.
Du weißt jetzt, wie oft du einen Ölwechsel machen solltest und welches Öl dein Auto braucht. Der nächste Schritt? Die richtigen Teile kaufen!